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B-Lizenz Fortbildung in Blomberg - Der 7. Feldspieler

Erstellt von Stefan Knepper  |        Qualifizierung  

Der siebte Feldspieler als „neues“ taktisches Mittel - Mut oder Verzweiflung? So lautete das Arbeitsthema, das im Rahmen der B-Lizenz-Fortbildung am 12. November 2016 in Blomberg diskutiert worden ist. André Fuhr, A-Lizenz-Inhaber und Trainer der Bundesliga-Damen der HSG Blomberg-Lippe, führte seine "Kollegen" kurzweilig durch den Fortbildungs-Tag an der Ulmenallee.

Klar, die neue Regel sorgt für eine Menge Gesprächsstoff. "Der Torwart kann als siebter Feldspielereingesetzt werden. Er muss nicht mehr zwingend mit einem Leibchen gekennzeichnet sein. Ist er das nicht, darf jedoch kein Feldspieler den Torraum betreten. Der Torwart muss erst für einen Feldspiele reingewechselt werden. Sonst wird progressiv bestraft", erläuterte Fuhr in Kurzform das neue Regelwerk, das Professor Rolf Brack (UniStuttgart) erstmals 1997 beim VfL Pfullingen ausprobiert hat.

In anderen Mannschaftssportarten wie zum Beispiel im Eishockey oder beim Hallenfußball wird das Herausnehmen des Keepers in bestimmten taktischen Situationen längst praktiziert. Die Diskussion unter den Lehrgangsteilnehmern verlief wie erwartet konträr. Während zum Beispiel ein D-Junioren-Trainer bekundete, überhaupt nichts mit der neuen Regel anfangen zu können, schilderten andere "B-Lizenler" aus dem Seniorenbereich, dass sie ab und zu auf die Maßnahme, den siebten Feldspieler einzusetzen, zurückgreifen .Die Zustimmung fiel in der Runde verhalten aus. Zwar verwies Fuhr auf den statistischen Wert, dass die Erfolgsquote im Spiel "7 gegen 6" steigend sei und die Anwendung der Regel unabhängig von der Spielklasse zunehme, aber gleichzeitig führte er auch aus, dass es keine zuverlässigen Statistiken zur Effektivität der Anwendung gebe. "Es fallen auch nicht mehr Tore", erläuterte Fuhr. Der siebte Feldspieler werde, so Fuhr in seiner Powerpoint-Präsentation, eingesetzt: um eine Schwächephase des Gegners effektiver auszunutzen;• um eine eigene Schwächephase zu überbrücken; um den Gegner aus einer offensiven in eine defensive Abwehr zu zwingen; als Gegenmittel bei einer Manndeckung des Gegners bei eigener Unter- oder. Die Folgen der neuen Regeln sind sichtbar: Unter anderem wird das Spielfeld "enger", dieTorhüter erzielen mit einem "langen" Ball mehr Treffer und das Spiel wirkt weniger spektakulär. Auslösehandlungen in der Überzahlsituation, den geeigneten Spieler für diese Schlüsselszene im Angriff zu finden oder welche Abwehrformation (defensiv oderoffensiv) zu bevorzugen ist, bildeten den Schwerpunkt der Taktik-Diskussion. Und welche Trainingsschwerpunkte ergeben sich daraus? "Extremes Verschieben zur Ballseite, extremes Verdichten des Abwehrzentrums, gute Antizipation bei Pässen zum Kreisläuferund im Rückraum", skizzierte Fuhr einige Aspekte. Darüber hinaus werde, so Fuhr weiter, der Torhüter ein neues Rollenbild erhalten. Würfe über das gesamte Spielfeld gehören noch stärker als bisher zu seinem Repertoire. "Hohe physische und psychische Belastung während des kompletten Spiels kommen ebenfalls hinzu", sagte Fuhr. Nach einem rund zweistündigen Theorieteil im "Klassenzimmer" erfolgte der Wechsel in die angrenzende Sporthalle. Nachdem das Training der Bundesliga-Damen unter die Lupe genommen worden war, demonstrierte der weibliche Nachwuchs der HSG unter der Regie von Björn Piontek ein WurfTechniktraining. Zum Schluss konnten die "Beinmal Bundesliga-Luft schnupperweibliche A-Jugend der HSG setzte sich im Punktspiel gegen den Frankfurter HC mi t41:18 durch. Ein perfekter Abschluss für denHSG-Nachwuchs und für die BBesten Dank an unseren TeilnehmerKnepper für diesen BerichtWurf- undB-Lizenzler" nochft schnuppern. DieB-Lizenz-Inhaber.StefanBericht!

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André Fuhr, Trainer HSG Blomberg/Lippe - 1. Bundesliga Frauen

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