Deutsche U20-Juniorinnen krönen sich in China zu Weltmeisterinnen
Historisches Double
Die deutsche weibliche U20-Nationalmannschaft hat bei der Weltmeisterschaft in China Sportgeschichte geschrieben. Durch einen souveränen 33:26-Erfolg im Endspiel gegen Dänemark sicherten sich die DHB-Juniorinnen den begehrten Titel und machten damit nach dem EM-Erfolg im Vorjahr das historische Gold-Double perfekt. Aus Sicht des Handballverbandes Westfalen (HVW) besitzt dieser Triumph einen besonders hohen Stellenwert, da zahlreiche Leistungsträgerinnen sowie Mitglieder des Funktionsteams ihre sportlichen Wurzeln in westfälischen Vereinen haben und dort maßgeblich ausgebildet wurden.
Im Fokus des Turniers stand insbesondere Ruslana Litvinov. Die Rückraumspielerin, die ihre Ausbildung bei der HSG Blomberg-Lippe genoss, drückte dem weltweiten Turnier ihren Stempel auf und wurde folgerichtig als wertvollste Spielerin (MVP) der gesamten Weltmeisterschaft ausgezeichnet. Ebenfalls eine entscheidende Rolle im Kader spielte Lara Egeling. Die Linksaußen, die aktuell für den BVB 09 Dortmund aufläuft und ihren Heimatverein beim VfL Gladbeck hat, überzeugte über den gesamten Turnierverlauf hinweg durch ihre Stabilität in Defensive und Offensive. Für die entscheidenden Akzente in der Schlussphase des Finales sorgte zudem Farrelle Njinkeu von der HSG Blomberg-Lippe. Nach ihrer Einwechslung in der 48. Minute bewies die Linkshänderin extreme Nervenstärke und sicherte den Erfolg mit vier späten Toren ab.
Dass der WM-Titel das Resultat einer geschlossenen Mannschaftsleistung war, zeigte sich auch abseits des Spielfeldes. Hannah Gutzeit, die jahrelang für Borussia Dortmund auflief, konnte verletzungsbedingt zwar nicht aktiv in das Geschehen eingreifen, reiste jedoch mit nach China und unterstützte das Team als integraler Bestandteil von der Bank aus. In einer ähnlichen Rolle überzeugte Merle Muth, ein weiteres Talent aus der Dortmunder Kaderschmiede, die als Reserve vor Ort die interne Leistungsdichte hochhielt und sich stets in den Dienst der Mannschaft stellte.
Ergänzt wurde die westfälische Präsenz beim Turnier durch das medizinische Funktionsteam. Physiotherapeutin Sabrina Richter, die im Vereinsalltag für den Männer-Zweitligisten VfL Eintracht Hagen tätig ist, zeichnete für die physische Betreuung und Regeneration der Spielerinnen während des kräftezehrenden Turniers verantwortlich. Der Gesamterfolg unterstreicht die hohe Qualität der Nachwuchs- und Strukturentwicklung innerhalb des Handballverbandes Westfalen, dessen Vereine wesentliche Bausteine für diesen internationalen Titelgewinn beisteuern konnten.
Foto: Szabo / kolektiff



