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Handball 360 (h360) – aktueller Sachstand zur Einführung

|   HV Westfalen

Stand vom 20.03.2026

Vor rund einem halben Jahr hat der Bundestag des Deutschen Handballbundes beschlossen, die bisher eingesetzten Systeme nuliga und Handball4all zum 1. Juli 2026 durch eine bundesweit einheitliche Verbandssoftware Handball 360 zu ersetzen. Der dafür vorgesehene Zeitplan ist äußerst ambitioniert. Der Handballverband Westfalen hat seine Bedenken hinsichtlich dieser engen Zeitlinie im Bundestag deutlich formuliert, begrüßt jedoch grundsätzlich die Einführung eines bundesweit einheitlichen Systems. Gleichzeitig wurden seitens des Bundestages finanzielle Vorteile sowie umfassende Unterstützungsangebote zugesichert.

Ein weiterer Beschluss sah vor, dass der Bundesrat am 28. März 2026 abschließend über die Einführung entscheidet. Grundlage hierfür ist insbesondere der aktuelle Projektstand und die Frage, ob eine termingerechte Einführung realistisch möglich ist.

Am 15. Februar 2026 fand hierzu eine Videokonferenz mit den Präsidentinnen und Präsidenten der Landesverbände, technischen Verantwortlichen, dem DHB sowie der Lenkungsgruppe des Projekts statt. Für den HV Westfalen nahmen Wilhelm Barnhusen und Bernd Kuropka teil. Auch in dieser Runde wurde der äußerst enge Zeitplan erneut als zentraler Kritikpunkt hervorgehoben.

Im Anschluss wurde der weitere Projektablauf klar strukturiert und in zwei aufeinanderfolgende Phasen unterteilt: eine Pilotphase und den anschließenden Rollout.

Pilotphase

Zu Beginn der aktuell startenden Pilotphase wurden Daten aus unserem bestehenden System Handball4all auf einen separaten Testserver migriert. Die Übertragung der Vereins- und Mitgliederdaten verlief erfolgreich.

In den kommenden Wochen erhalten ausgewählte Mitglieder des Präsidiums, der Geschäftsstelle sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Kreis- und Vereinsstrukturen die Möglichkeit, sich im Presystem zu registrieren. Dabei werden reale Verbandsdaten genutzt, anhand derer zentrale Arbeitsprozesse unter sicheren Rahmenbedingungen in den Bereichen Wettbewerb/Spieltag, Registrierung/Spielrechte, Lizenzen sowie Administration geprüft werden.

Nach einer Einführungsschulung stehen sechs bis acht Wochen zur Verfügung, um typische Abläufe zu testen, das System kennenzulernen und Rückmeldungen einzubringen. Parallel arbeitet der Anbieter an gemeldeten Problemen und notwendigen Anpassungen in den Bereichen Spielbetrieb, Registrierung und Verwaltung. Während dieser gesamten Zeit läuft der offizielle Spielbetrieb vollständig über Handball4all – einschließlich der Vorbereitung der Saison 2026/27.

Rollout

Nach Abschluss der Pilotphase ist Anfang Mai der Übergang in den Rollout geplant. In dieser Phase werden die aktuellen Echtdaten in das endgültige System übertragen. Anschließend starten umfassende Schulungen für alle Vereine und Funktionsträger, die bislang noch nicht mit der neuen Software gearbeitet haben.

Gleichzeitig müssen Geschäftsstelle, Gremien, Staffelleitungen, das Schiedsrichterwesen sowie die Vereine ihre Arbeitsabläufe so anpassen, dass sie ab dem 1. Juli 2026 vollständig arbeitsfähig im neuen System sind. Ziel ist zudem, sofern technisch möglich, die Spielplanung der Saison 2026/27 bereits vollständig in der neuen Plattform durchzuführen.

Beschlusslage im HV Westfalen

Das erweiterte Präsidium hat im November 2025 beschlossen, den bestehenden Vertrag mit Handball4all nicht zu kündigen. Damit bleibt eine Rückfalloption bestehen, sofern Handball 360 nicht rechtzeitig in vollem Umfang einsatzbereit sein sollte.

Am 14. März 2026 hat das erweiterte Präsidium entschieden, einen Antrag auf Verschiebung der Einführung auf den 1. Juli 2027 bei gleichzeitiger Genehmigung zur fortgesetzten Nutzung des bisherigen Systems beim DHB einzureichen. Ob dieser Antrag Erfolg haben wird, ist derzeit offen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Einführung des Systems mit Beginn der neuen Spielzeit weiter forciert wird.

Allen Beteiligten ist bewusst, dass die Einführung mit erheblichem organisatorischem und personellem Aufwand – insbesondere dem Ehrenamt – verbunden ist. Bereits an dieser Stelle gilt unser ausdrücklicher Dank allen Testerinnen und Testern, deren Rückmeldungen für die Weiterentwicklung des bislang noch nicht ausgereiften Systems unverzichtbar sind.

Auch im Falle einer Verschiebung bleibt der Arbeitsaufwand hoch. Diese zusätzliche Zeit sollte bestmöglich genutzt werden, um sich intensiv mit dem neuen System vertraut zu machen und innerhalb eines Jahres alle technischen Funktionen sicher zu beherrschen.

Eine erneute Information erfolgt unmittelbar nach der Entscheidung des Bundesrates am 28. März 2026.

Wilhelm Barnhusen

 

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