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Westfälischer Nervenkrimi zum Finalauftakt: BVB legt im Meisterschaftskampf hauchdünn vor

|   HV Westfalen

28:27 gewinnt der BVB zuhause | Rückspiel ist am 24. Mai um 16:30 Uhr

Was für eine Werbung für den Frauenhandball im HV Westfalen! Im ersten Aufeinandertreffen der Finalserie um die Deutsche Meisterschaft in der Alsco HBF lieferten sich Borussia Dortmund und die HSG Blomberg-Lippe ein episches und hochdramatisches Duell. Vor 1.520 Zuschauern in der restlos ausverkauften Halle Wellinghofen behielt der BVB am Ende mit 28:27 (14:17) die Oberhand. Die Entscheidung fiel dabei sprichwörtlich in der allerletzten Sekunde durch eine westfälische Nationaltorhüterin.

Von Beginn an war zu spüren, worum es in dieser Finalserie geht. Beide Mannschaften schenkten sich keinen Zentimeter. Der BVB erwischte zwar den etwas besseren Start und ging durch Kelly Vollebregt und Deborah Lassource mit 3:1 in Führung, doch der Hauptrundensieger aus Blomberg schüttelte die Anfangsnervosität schnell ab. Die Mannschaft von Steffen Birkner zeigte eindrucksvoll, warum sie in dieser Saison ganz oben steht. Angeführt von einer treffsicheren Offensive um Nele Franz, Malina Marie Michalczik und die Außenspielerinnen zogen die Lipperinnen das Tempo an.

Beim Stand von 4:4 gelang Blomberg ein vorentscheidender Zwischensprint: Über 4:7 baute die HSG die Führung kontinuierlich aus. Dortmunds Nationaltorhüterin Sarah Wachter, die nach einer zweimonatigen Hüftverletzung überraschend direkt in die Startsieben gerückt war, fand zunächst keine Bindung zum Spiel und wurde nach 13 Minuten durch Melinda Szikora ersetzt. Doch Blomberg blieb am Drücker. In der 20. Minute war es Farrelle Njinkeu, die die Gäste erstmals mit fünf Toren in Front brachte (9:14). Dortmund steckte jedoch nicht auf und verkürzte bis zur Pause durch Guro Nestaker auf 14:17.

Dortmunder Aufholjagd in Durchgang zwei

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild. Die Dortmunderinnen kamen mit enormer physischer Präsenz aus der Kabine und nutzten die lautstarke Unterstützung der heimischen Kulisse. Angetrieben von einer überragenden Guro Nestaker, die mit insgesamt neun Treffern zur besten Torschützin der Partie avancierte, schmolz der Vorsprung der HSG Tor um Tor.

In der Schlussphase entwickelte sich das Spiel zu einem absoluten Thriller. Blomberg verlor im Angriff etwas die spielerische Leichtigkeit, während die BVB-Abwehr immer Beton anrührte. In der 56. Minute schaffte der BVB den viel umjubelten Ausgleich, ehe Lisa Egeling die Gastgeberinnen mit 27:26 in Führung brachte. Als Nestaker 90 Sekunden vor dem Ende das 28:26 erzielte, schien Wellinghofen bereits Kopf zu stehen.

Das Drama der letzten 30 Sekunden

Blomberg bewies jedoch den Kampfgeist, der sie die gesamte Saison ausgezeichnet hat. Mit einer offenen Manndeckung erzwangen sie einen Dortmunder Ballverlust. 30 Sekunden vor der Schlusssirene behielt Ona Vegue vom Siebenmeterstrich die Nerven und verkürzte auf 28:27.

Damit nicht genug: Die Blombergerinnen eroberten sich tatsächlich noch einmal den Ball. Mit dem Ertönen der Schlusssirene entschieden die Unparteiischen nach einem Foul auf einen finalen Siebenmeter für die HSG Blomberg-Lippe. Die Chance zum Ausgleich und für die Verlängerung.

Es kam zum ultimativen Showdown: Ona Vegue gegen die rechtzeitig wieder eingewechselte Sarah Wachter. Vegue, die zuvor dreimal sicher verwandelt hatte, visierte die Ecke an – doch Wachter schnellte herum, bekam den Unterarm an den Ball und parierte den Strafwurf. Der Rest war grenzenloser schwarz-gelber Jubel und ungläubige Blomberger Gesichter.

Weiter geht es am kommenden Sonntag (24. Mai 2026) um 16:30 Uhr an der Blomberger Ulmenallee. Wir freuen uns auf das nächste packende Kapitel dieses westfälischen Final-Krimis!

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